Blutdruckmessgeräte

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Fast ein Viertel aller Erwachsenen in den Industrieländern leidet an Bluthochdruck, einer der Hauptverursacher für Herzinfarkt. Doch auch das Gegenteil, ein zu niederer Blutdruck ist mehr als "nur" lästig ...

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte der italienische Internist Riva Rocci ein Gerät zum Messen des Blutdrucks in die Medizin ein, das seitdem zu einem der meistgebrauchten Instrumente der Ärzte geworden ist. Eine Gummimanschette, um den Oberarm des Patienten gelegt, wird soweit aufgeblasen, bis der Manschettendruck den erwarteten Blutdruck sicher übersteigt. Dabei wird die Oberarmarterie zusammengedrückt. Der Druck in der Manschette zur Unterbrechung des Blutstroms kann dann an einem Druckanzeiger abgelesen werden.

Unter Blutdruck ist der arterielle Blutdruck im Körperkreislauf gemeint: Wenn das Blut vom Herz in die Gefäße strömt, übt es Druck auf die Gefäßwände aus. Der systolische Blutdruck bezeichnet den höchsten Druck, der dann auf die Arterien ausgeübt wird, wenn das Herz gerade pumpt. Der diastolische Blutdruck ist jener Druck in den Arterien, der zwischen zwei Herzschlägen herrscht. Während der systolische Blutdruck hauptsächlich durch die Herztätigkeit bestimmt wird, ist der diastolische Blutdruck stark vom totalen peripheren Widerstand beeinflusst. Der Blutdruck kann somit beim normalen Kreislaufsystem entweder durch eine Veränderung der Förderleistung des Herzens oder durch eine Änderung des Gefäßtonus bzw. durch beides beeinflusst werden. an der Regulation dieser verschiedenen Faktoren sind Zentren im Gehirn, Enzyme der Niere, das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System (eine Verbindung zwischen Gehirn und Nebennierenrinde) sowie Elektrolyte und Katabolite beteiligt.

Gemessen werden zwei Werte: ein maximaler (systolischer) und ein minimaler (diastolischer). Dabei aber an bestimmten Normen festzuhalten, wie z. B. der erste Wert sollte unbedingt über 100 sein, gilt als überholt: Jeder Mensch hat ganz individuelle Werte, die ihm durch gewisse körperliche Reaktionen (z. B. Schwindelgefühl, Schweißausbrüche) zeigen, dass etwas nicht stimmt. Interessant, dass vor allem bei Männern in allen Altersgruppen ein zunehmendes Informationsdefizit zu verzeichnen ist.


1. Hoher Blutdruck

Risikogruppe Mann

Bluthochdruck tritt am häufigsten bei Männern im mittleren Lebensalter auf ­ bereits jeder zehnte leidet heute an Hypertonie. Oft ist den Betroffenen dieses Problem gar nicht bewusst, da gewöhnlich keine Symptome auftreten. Gelegentlich kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrensausen, was in der Regel unbeachtet bleibt. Hoher Blutdruck muss aber behandelt werden, gilt er als Hauptrisikofaktor für schwere Herz-Kreislauf-Störungen: Arteriosklerose des ges amten Gefäßsystems mit Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Durchblutungsstörungen des Gehirns (Schlaganfall) und Nierenschädigung können die Folge sein.

Was ist zu hoch?
Wiederholt gemessene Blutdruckwerte von 160/95 mmHg und darüber werden als hyperton bezeichnet, Werte über 140/90 mmHg müssen als über dem Normwert gelegen angesehen werden, wobei man den Bereich zwischen 140/90 mmHg und 160/95 mmHg als Grenzwerthypertonie bezeichnet.
Unterschieden wird zwischen einer primären oder essentiellen Hypertonie (90%) und einer sekundären/symptomatischen Hypertonie (10%).

Die Ursache der primären Hypertonie ist nicht eindeutig geklärt. Neben Erbanlagen kommen Umweltfaktoren wie Stress, Rauchen, physische Inaktivität und Kochsalzkonsum eine wesentliche Bedeutung zu.

Ursache der sekundären Hypertonie können sein: Erkrankung der Nieren, des Nervensystems, des Herz-Kreislauf-Systems, eine Veränderung im Hormonhaushalt. Selten hingegen sind Medikamente der Auslöser.

Bei Patienten mit hohem Blutdruck bestehen über Jahre hinweg keinerlei Beschwerden. Treten dann Beschwerden auf, sind sie oft uncharakteristisch und äußern sich in Kopfschmerzen, Nasenbluten, Ohrensausen und Benommenheit. Manchmal tritt Nykturie (Harndrang in der Nacht) auf. Bei Organkomplikationen können sich folgende Beschwerden äußern:

Atemnot in Ruhe und bei Belastung
Herzjagen
Angina pectoris
vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns
Sehstörungen
Parästhesien ("Kribbeln")

Was tun, was lassen?

Es gibt ein paar Grundregeln, die das Leben mit Bluthochdruck erheblich erleichtern:

Nicht rauchen,
Übergewicht abbauen,
weniger Alkohol,
Einschränkung des Kochsalzkonsums,
Relaxationsübungen, Training mit dynamischen Übungen,
Diät bezüglich eventueller Fettstoffwechselstörungen,
Überdenken einer Hormontherapie; z. B. Pille

Medikamentöse Therapie

Die Medikamente zur Senkung des Hochdrucks (Diuretika, Beta-Blocker, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer, zentral und peripher wirksame Medikamente) können als Einfachtherapie oder in Kombination verabreicht werden und sollten individuell auf den Patienten abgestimmt sein. Grund: Es kann im Einzelfall nicht vorausgesagt werden, auf welches Hochdruckmittel der Patient am besten anspricht.

Bei hohem Blutdruck, der als Folge anderer Erkrankungen auftritt, sollte zunächst die vorliegende Grunderkrankung behandelt werden.


2. Niederer Blutdruck

Macht im Regelfall weniger Probleme, daher finden sich die meisten damit ab. Aber Achtung: Hypotonie kann ebenfalls unangenehme Beschwerden verursachen: Minderdurchblutung des Gehirns mit anschließenden Sehstörungen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen bis hin zu Bewusstlosigkeit, Herzjagen und Kaltschweißigkeit könnten die Folge sein.
Systolische (d. h. der erste Wert) Blutdruckwerte von weniger als 100 mmHg werden als niedrig bezeichnet.

Die Ursachen?

Bei der primär essentiellen Hypotonie spielen konstitutionelle Faktoren und eine Fehlregulation im Venensystem eine Rolle. Als Ursachen der sekundär symptomatischen Hypotonie sind hormonelle Faktoren, Herz- und Gefäßerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems, Infektionskrankheiten und ein Volumenmangel der Körperflüssigkeiten bekannt.

Was tun, was lassen?

Es empfiehlt sich eine gesunde Ernährung mit dem Schwerpunkt: kochsalzreiche Diät. Sie sollten lieber öfters am Tag kleinere Mahlzeiten einnehmen, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu sehr absinkt.

Medikamentöse Therapie

Hormonal (Mineralkortikoide), gefäßkontrahierende Medikamente (Ergotaminabkömmlinge, Sympathomimetika), Substanzen mit zentralem Angriffspunkt (MAO-Hemmer). Bei sekundärer Hypotonie sollte zunächst die vorliegende Grunderkrankung behandelt werden

Was ist normal, was zu hoch?

Empfohlene Blutdruckzielwerte (WHO und. Internationale Gesellschaft für Hochdruckerkrankung:

Optimal:
weniger als 120/80 mm Hg
Normal:
weniger als 130/85 mm Hg
Hoch-Normal:
130-139/85-89 mm Hg
Milde Hypertonie:
140-159/90-99 mm Hg
Mäßige Hypertonie:
160-179/100-109 mm Hg
Schwere Hypertonie:
höher als 180/110 mm Hg

  • Man spricht auch von Hypertonien, die nur den ersten (systolischen) Wert betreffen (isolierte systolische Hypertonie) - z.b. größer als 140 mm Hg / kleiner als 90 mm Hg.